Unternehmensnachfolge

Stolpersteine auf dem Weg zur Unternehmensnachfolge:

  1. Was sind die Grundvoraussetzungen für eine erfolgreiche Unternehmensnachfolge?
  2. Wie können Sie Ihr Unternehmen für die Übergabe fit machen?
  3. Wie kann Ihr Nachfolger die Übernahme finanzieren?
  4. Wie bereiten Sie Mitarbeiter, Kunden und Lieferanten auf Ihre Nachfolge vor?

Was sind die Grundvoraussetzungen für eine erfolgreiche Unternehmensnachfolge?

Zahlreiche KMU stehen vor einem Generationenwechsel. Bei der Nachfolgeregelung sind neben den emotionalen Aspekten stets auch kritische Fragen frühzeitig zu klären. Die Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Unternehmensnachfolge bildet der Wille und die Bereitschaft zur Übergabe des Lebenswerks.

Der richtige Zeitpunkt für die Übergabe soll gut geplant sein. Denn bei überstürzten Nachfolgelösungen ist der Verkäufer tendenziell in einer schwächeren Position. Dies hat schlussendlich auch Einfluss auf den Verkaufspreis. Ist der Entschluss gefasst, hilft ein detaillierter Zeitplan für eine reibungslose Übergabe.

Wie können Sie Ihr Unternehmen für die Übergabe fit machen?

Altlasten, intransparente Kostenstrukturen, personelle Lücken im Management und thesaurierte Gewinne sind beachtliche Hindernisse auf dem Weg zur Unternehmensnachfolge. Diese gilt es vorgängig zu bereinigen.

Die eigene Firma wird oft als persönliche Altersvorsorge betrachtet. Es ist jedoch zu bedenken, dass bei Kapitalgesellschaften ein hohes Eigenkapital den Preis erhöht. Zur Reduktion können vorgängig Dividendenausschüttungen, steuerfreie Nennwertreduktionen oder Kapitalreserverückzahlungen vorgenommen werden.

Die Rechtsform ist aus steuerlicher Sicht von entscheidender Bedeutung. Der Verkauf von Aktien im Privatbesitz gilt in der Schweiz in der Regel als steuerfreier Kapitalgewinn. Bei Personengesellschaften hingegen werden die realisierten stillen Reserven besteuert. Ein vorgängiger Rechtsformwechsel ist für dessen steuerliche Gültigkeit an Fristen gebunden. Umso wichtiger ist es, das Unternehmen frühzeitig in allen Bereichen für den Generationenwechsel fit zu machen.

Wie kann Ihr Nachfolger die Übernahme finanzieren?

Eine systematische Analyse der Stärken und Schwächen sowie des Wertes des Unternehmens ist zwingend notwendig. Für die Unternehmensbewertung werden unterschiedliche Methoden eingesetzt. Zu beachten ist, dass der Eigentümer selbst einen wesentlichen, aber nicht messbaren Wert darstellt. Sein Wissen sowie seine Beziehungen zu Kunden und Lieferanten sind nicht ohne Weiteres zu ersetzen.

Oftmals ist der potentielle Nachfolger auf Fremdfinanzierung durch Banken angewiesen. Die dadurch entstehenden Schulden und Schuldzinsen müssen mit künftigen Geldflüssen refinanziert werden. Für die Kreditgewährung der Bank muss deshalb vor der Übernahme ein verlässlicher und glaubwürdiger Businessplan vorliegen.

Wie bereiten Sie Mitarbeiter, Kunden und Lieferanten auf Ihre Nachfolge vor?

Während den Verkaufsvorbereitungen und Verkaufsverhandlungen ist Stillschweigen wichtig, denn Gerüchte führen zu Unsicherheiten unter Mitarbeiter, Kunden und Lieferanten. Parallel zur Verkaufsvorbereitung muss die Kommunikation über die Bekanntgabe der Nachfolgeregelung frühzeitig geplant werden. Wichtige Entscheidungsträger sollten möglichst früh in den Prozess einbezogen werden, denn es besteht ansonsten die Gefahr, dass Mitarbeitende, Kunden und Lieferanten durch die Änderung der langjährigen Beziehung abspringen.

Der Nachfolger benötigt Zeit für die Einarbeitung und den Wissensaufbau. Aus diesem Grund sollte die operative Übergabe gestaffelt erfolgen und vertraglich geregelt werden. Bei einer Kapitalgesellschaft beispielsweise kann der Verkäufer weiterhin im Aufsichtsgremium mitwirken. Dies hat auch eine Signalwirkung nach aussen und erleichtert eine ruhige und erfolgreiche Unternehmensübergabe.

 

Wenn sich in der eigenen Familie keine ideale Lösung abzeichnet, wird die Nachfolgeregelung oft hinausgezögert oder bleibt ungelöst. Sie ist deshalb ein sensitives Thema und mit Emotionen verbunden, da sie wichtige Fragen rund ums Älterwerden aufwirft. Eine gelungene Nachfolgeregelung berücksichtigt die Erhaltung des Lebenswerkes, des Vermögens sowie des Familienfriedens und die Interessen von Mitarbeitenden, Kunden und Lieferanten.

Eine erfolgreiche Nachfolgeregelung braucht mehr Zeit als oft angenommen wird. Die Hektik des Tagesgeschäfts und das vermeintlich Dringende verleiten oft dazu, das wichtige Thema zu verdrängen oder hinauszuschieben. Dies nicht selten mit gravierenden Folgen für das Unternehmen, für dessen Besitzer und seine Familie. Eine Unternehmensnachfolge sollte möglichst früh und sorgfältig geplant werden und eine massgeschneiderte Lösung zum Ziel haben. Dabei gibt es keine Patentrezepte.

 

Empfohlene Literatur: